Marokko (Morocco) II

Cité Portugaise – El Jadida

27.01.2013 – Jetzt war ich auf der Reise in für mich unbekannten Teilen Marokkos. Von Casablanca aus führte mich meine Route weiter an der Küste entlang, zuerst nach El Jadida. Zur Sicherung der Wasser- und Proviantversorgung ihrer Schiffe auf dem Weg nach Indien gründeten die Portugiesen hier bereits Ende des 15. Jahrhunderts einen Stützpunkt, der 1514 unter dem Namen “Mazagão” zur Hafenfestung ausgebaut wurde. Die

Manueline Zisterne – El Jadida

alte portugiesische Festungsstadt bildet heute den Kern der Altstadt von El Jadida und der Weg auf den Mauern rund um die alte “Cité Portugaise” immer wieder tolle Ausblicke auf das Meer. Als bedeutendes Beispiel der Militärarchitektur der Renaissance wurde die alte Festung 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben. Faszinierend ist auch die Cîterne Portugaise, ein ehemaliges Waffenlager, das später als

Dar el Bahr – Safi

Wasserspeicher in der befestigten Stadt genutzt wurde. Mit ihren Säulen und Rippengewölben und deren Spiegelungen im seichten Wasser vermittelt sie eine beinahe sakrale Atmosphäre. Bei der Weiterreise gönnte ich mir einige Stunden in Safi. Eigentlich eine Industriestadt, so hat sie doch eine mittelalterliche Medina, lebhafte Souks und ein kleines portugiesisches Seekastell, an dessen felsigem Fundament schon

Essaouira – Fischereihafen

die lebhafte Brandung nagt. Dann traf ich auf die schönste Küstenstadt Marokkos – Essaouira. Was für ein Anblick. Mächtige rotbraune Stadtmauern, eine portugiesische Festung, eine für Marokko einzigartige Medina im Schachbrettmuster, blaue Boote im pittoresken Fischereihafen am ebenso blauen Ozean, Sonne, Wind und lebhafter Tourismus mit der darauf zugeschnittenen Infrastruktur. Leider kam ich um

Stadtmauern von Essaouira

mehr als 40 Jahre zu spät in diese Stadt, in der zu Hippiezeiten bereits Janis Joplin, Jimi Hendrix, Bob Marley und die Rolling Stones bekiffte Sunset-Parties am Strand feierten. Ich gönnte mir drei Tage in Essaouira. Die Stadt hat eine völlig eigene Faszination. Ich komme bestimmt irgenwann einmal wieder. Anlass könnte eventuell das jährlich im Juni stattfindende Musikfestival der Gnawa sein.

Malerei von Essaouira

Spices in the souks of Essaouira

Cité Portugaise – El Jadida

01/27/2013 – Now I was traveling in for me unknown parts of Morocco. My route from Casablanca took me further along the coast, first to El Jadida. To ensure the water and food supply of their ships on their way to India, the Portuguese founded here by the end of the 15th Century a base, that was in 1514 under the name “Mazagao” expanded to a harbor fortress. The old Portuguese fortress town today forms the core of the old town of El

Cité Portugaise – El Jadida

Jadida and the path on the walls around the old “Cité Portugaise” offers great views of the sea. As an important example of military architecture of the Renaissance, the old fort was raised in 2004 as a UNESCO World Heritage Site. Also fascinating is the citerne Portugaise, a former arsenal, that was later used as a water reservoir in the fortified city. With columns and vaults and their reflections in shallow water it conveys an almost

Dar el Bahr – Safi

sacred atmosphere. When onward I allowed myself a few hours in Safi. Actually an industrial town, it does have a medieval medina, lively souks and a small Portuguese sea fort, on whose rocky foundation already gnaws the ocean. Then I met the most beautiful coastal city in Morocco – Essaouira. What a sight. Powerful red-brown walls, a Portuguese fortress, a unique Medina in a checkerboard pattern, blue boats in the picturesque

Essaouira

fishing harbor on just blue ocean, sun, wind and lively tourism with the fact tailored infrastructure. Unfortunately, I was more than 40 years too late in this city, in which during hippie times already Janis Joplin, Jimi Hendrix, Bob Marley and the Rolling Stones celebrated stoned sunset beach parties. I treated myself to three days in Essaouira. The city has a completely unique fascination. I’ll definitely come back once again.

Essaouira – on the wall of the Medina

Possibly cause could be the annually in June held Gnawa music festival.

Coast road near Essaouira

Landschaft nördlich Agadir

30.01.2013 – Erstmals war ich jetzt im Süden von Marokko in der Region um Agadir und das Sous-Tal. Agadir als Zentrum des internationalen Badeurlaubs in Marokko liegt in einer weiten windgeschützten Bucht. Ein Erdbeben von 1960 vernichtete die Stadt und mit ihr die Zeugnisse der von Portugiesen und Saadiern geprägten Geschichte. Schnell und mit internationaler Hilfe wieder aufgebaut ist sie heute modern und

Agadir in der Abendsonne

großzügig angelegt und ganz auf internationalen Flug- und Badetourismus eingestellt. Meine Begeisterung über Agadir hielt sich eher in Grenzen, zumal die Hotelpreise hier spürbar teurer waren als im Rest des Landes. Aber Agadir hat eine schöne Umgebung. Nur etwas nördlich der Stadt, dort wo die Vorgebirge des Hohen Atlas das Meer berühren, liegt eine landschaftlich sehr schöne gelegentlich von Arganienwäldern

Taghazoute

geprägte Gegend, deren weite und schöne Strände offensichtlich bei Surfern und Kitesurfern beliebt sind. Geradezu idyllisch liegt dort das ehemalige Fischerdorf Taghazout, in dem sich die Szene festgesetzt hat. Die wenigen Gassen sind sehr verwinkelt, Sonne und Wind machen sich nicht unangenehm bemerkbar und die kleinen Restaurants bieten in Gerichte mit Fischen, die die lokalen Fischer gerade erst

Gebirgsoase am Fuß des Atlas

gefangen haben. Wendet sich man den Bergen zu, führt eine gut 50 km lange recht gute, aber sehr kurvenreiche Straße durch das Tal des Asif Tamrakht, das sogenannte “Paradise Valley” in das fast 1.100 Meter hoch gelegene Immouzzer des Ida Outanane. Tief eingeschnitte und palmengesäumt ist das Tal und wenn die passable Straße sich an seinen Rändern in die Höhe windet, folgt Panorama auf Panorama. Kleine Cafes und

Vorgebirge des Hohen Atlas

Restaurants bleiben wegen ihrer Aussicht wie wegen ihrer authentischen ländlichen Küche im Langzeitgedächtnis. Ich hatte ein Tajine, also ein traditionelles marokkanisches Schmorgericht, aber mit Ziegenfleisch, und kann nur sagen, es war unvergleichlich köstlich.

Im Vorgebirge des Hohen Atlas bei Imouzzer

Agadir

Landscape near Tamri

01/30/2013 – First time I was now in the south of Morocco in the region around Agadir and the Sous Valley. Agadir as a center of international seaside holiday in Morocco lies in a wide sheltered bay. An earthquake of 1960 destroyed the city and with it the evidence of marked by Portuguese and Saadi history. Quickly and with international assistance rebuilt it is now applied modern and spacious and fully on international flights

Taghazoute

and beach tourism set. My enthusiasm about Agadir remained rather limited, especially as the hotel prices were noticeably more expensive here than in the rest of the country. But Agadir has a nice environment. Just north of the city, where the foothills of the High Atlas touch the sea, is a very scenic occasionally marked by Argan forests region, whose vast and beautiful beaches are obviously popular with surfers and kite

Paradise Valley

surfers. Almost idyllic there is the former fishing village of Taghazout, which has set the scene. The few streets are very winding, sun and wind are not unpleasantly, and the small restaurants offer dishes with fish, that have caught the local fishermen just from the sea. Turns it to the mountains, performs a 50 km long good but very winding road through the valley of Asif Tamrakht, called “Paradise Valley”, to the village Immouzzer of Ida

Mountain Oasis near Immouzzer

Outanane, circa 1.100 m above sea-level. Deep-cutted and palm fringed is the valley, and if the passable road on its edges winds in the air, follow panoramic views one after the. Small cafes and restaurants stay because of their views as for its authentic rural cuisine in the long-term memory. I had a tagine, which is a traditional Moroccan stew, but with goat meat, and can only say that it was beyond delicious.

Already springtime in the foothils of the High Atlas

Töpferware in Tiznit

04.02.2013 – Von Agadir aus ging es in den “Großen Süden”. Bei anderen Reisen kam zuerst die Wüste und dann eine Oase. Hier war es umgekehrt. Der Besuch der traditionellen Stadt Tiznit mit ihrem von endlos langen ockerfarbenen Lehmmauern umgebenen großen Altstadtbezirk bot noch einmal die Lebensart und die Farbe marokkanischer Städte und Märkte. Danach Wüstenfeeling und eine traumhaft schöne Oase

Im Hotel in der Oase Tighmert

gleich am Beginn meiner Tour Richtung Westsahara. Ich hatte im Internet einen Hinweis auf ein kleines Ökotourismus-Projekt in der Oase Tighmert nur 13 Kilometer von Guelmim gefunden. Meine Buchung war keine Enttäuschung. Eigentlich hatte der Gebäudebestand in der Oase schon den Stand des Verfalls erreicht, zumal die Lehmarchitektur unter jedem Regenfall leidet und erhalten werden muss. Doch irgendwie zog es

Abend in der Oase Tighmert

Europäer, auch Deutsche, hierher. Etwa 15 Ausländer haben ihren Wohnsitz in der Oase und sind mit Aktivitäten und Investitionen dem Verfall entgegengetreten. Einheimische ziehen mit eigenem Engagement nach. So entstand das kleine Oasenhotel “Maison des Nomades”, in dem vom engagierten und fürsorglichen Betreiber Ibrahim mit einfachen Mitteln eine zauberhafte Atmosphäre geschaffen wurde. Ob Sonnenuntergang oder

Kasbah Museum – Oase Tighmert

Blick auf einen Nachthimmel voller Sterne von der Dachterrasse, ob Blumenzauber im kleinen Garten, Kaffee oder Tee im Nomadenzelt oder abendliche marokkanische Küche, alles hat hier den Reiz des Besonderen und Authentischen. Die Zimmer sind eher einfach und haben Gemeinschaftsbad. Dafür lädt die Oase zu Spaziergängen und Entdeckungen ein und beherbergt in der alten Kasbah ein Museum mit einer Fülle großartiger alter

Tan-Tan – Tor zur Wüste

Sammlungsstücke. Über Tan-Tan und Tarfaya kam ich sodann in die West-Sahara. Ehemals spanische Kolonie wurde sie bald nach Abzug der alten Kolonialherren im Rahmen des “Grünen Marsches” am 06. Nov. 1975 durch Marokko okkupiert und trotz anderslautender UN-Resulotion nicht wieder freigegeben. Landschaftliche Höhepunkte und endlos scheinende Einöde wechselten sich ab. Um der

Straße N1 in der Westsahara

Wahrheit die Ehre zu geben, die Einöde überwog. Aber endlose Strände, meist völlig einsam, gelegentlich aber von ganzen Kolonien von Wohnmobiltouristen besiedelt, lange Strecken spektakulärer und windiger Steilküste, Lagunen mit Vogelkolonien sowie gelegentliche Ansammlungen von Sanddünen lockerten die Fahrt durch die knochentrockene Hammada-Wüste auf. Die Hauptorte der West-

Wüste bei Dakhla – Westsahara

Sahara, Laayoune und Dakhla, 540 km voneinander entfernt, sind eher gesichtslose Verwaltungsstädte. Kite-Surfer haben die Strände nördlich von Dakhla entdeckt. Der ständige recht starke Wind und die großen Buchten scheinen sich gut für diesen Sport zu eignen. Und ich begab mich zu einer markanten Landmarke an der Straße N1, die an Dakhla vorbei weiter nach Mauretanien führt. Der nördliche

Strand bei Dakhla – Westsahara

Sonnenwendkreis, der “Wendekreis des Krebses” war mein Ziel, weil er den südlichsten Punkte dieser Reise bilden sollte. Wer mich kennt weiss, dass auch so eine Landmarke für mich ein lohnenswertes Ziel ist. Ich bin jetzt wieder auf dem Weg nach Norden.

Am “Wendekreis des Krebses” – bei Dakhla – Westsahara

City walls in Tiznit

02/04/2013 – From Agadir I went into the “Great South”. On other trips first came the desert and then the oasis. Here it was the opposite. The visit of the traditional city Tiznit with her surrounded by endless ocher mud walls large Old Town District offered for a last time the lifestyle and the color of Moroccan cities and markets. Then desert feeling and a fantastically beautiful oasis right at the beginning of my trip to the Western

“Maison des Nomades” – Oasis Tighmert

Sahara. I had found a reference in the internet for a small eco-tourism project in the oasis Tighmert only 13 kilometers from Guelmim. My reservation was not a disappointment. Actually the buildings in the oasis had already reached the stage of decay, especially as the earthen architecture suffers from any rainfall and must be obtained. But somehow it drew some Europeans, including Germans, here. About 15

Welcome tea – Oasis Tighmert

foreigners residing in the oasis and are challenged with activities and investments to decay. Locals move to its own commitment. Thus was born the little oasis Hotel “Maison des Nomades”, in which the dedicated and caring operator Ibrahim has created in simple terms a magical atmosphere. Whether sunset or view of a night sky full of stars from the rooftop

“Maison des Nomades” – Oasis Tighmert

terrace, whether magic flowers in the small garden, coffee or tea in the nomad tent or evening Moroccan cuisine, everything here has truly unique environment and is authentic. The rooms are rather simple and have shared bathroom. But the oasis invites for walks and discoveries and houses in the old kasbah a museum with a wealth of great old collectibles. Via Tan-Tan and Tarfaya I was then in the Western Sahara. Once a Spanish

Coastline south of Tan-Tan

colony was soon after deducting the former colonial masters occupied by Morocco during the “Green March” in Nov. 1975 and despite any UN Resulotion not released. Scenic highlights and seemingly endless wilderness alternated. To give the truth be told outweighed the wasteland. But endless beaches, usually completely alone, occasionally inhabited by whole colonies of RV tourists, long stretches of spectacular and windy

Camper at a beach near Dakhla

cliffs, lagoons, bird colonies and occasional accumulations of sand dunes limbered up the ride through the bone-dry Hammada desert. The main towns of the Western Sahara, Laayoune and Dakhla, 540 km apart, are rather faceless administrative towns. Kite surfers have discovered the beaches north of Dakhla. The constant fairly strong wind and the large bays appear to be good for this sport. And I went to a striking landmark

Near Dakhla – Western Sahara

on the N1 road, which passes Dakhla on the way to Mauritania. The northern solstice circle of “Tropic of Cancer” was my goal, because he was to be the southernmost point of this trip. Anyone who knows me knows, that even such a landmark for me is a worthwhile goal. I am now back on the road to the north.

“Tropic of Cancer” – near Dakhla – Western Sahara

07.02.2013 – Hier noch einige Bilder von meiner Fahrt durch die Westsahara und durch die Wüste Südmarokkos

02/07/2013 – Here are some more pictures from my trip through the Western Sahara and the desert of southern Morocco

Besucherzähler

6 Responses to Marokko (Morocco) II

  1. Erika Nophut says:

    einfach nur beeindruckend!

  2. Aziz BEN ADDI says:

    Wow Hartmut you have a nice style in describing things,
    i now should go there and descover things for myself especially the oasis of Tighmert.
    Thanks a lot for showing me newer parts of my country

  3. ronnie says:

    Hallo Hartmut,

    ich finde es schön das es Menschen wie dich gibt !

    Bei meinen Recherchen über unseren Trip ” Nordfriesland – Kapstadt und zurück ” :)…

    bin ich über deine Seite gestossen… du hast uns sehr geholfen mit deinen Bildern und
    detaillierten Beschreibungen … ich wollte mich einfach nur bedanken !!!

    viel spass und alles gute für dich

    • Trotamundo says:

      Freut mich, dass mein Bericht Eurer Planung nützlich war. Marokko ist wirklich ein wunderschönes Land. Hoffentlich macht Ihr Eure Reise von Nordfriesland bis Kapstadt einmal. Und dann natürlich durch Marokko. Alles Gute.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>