Spain (Andalusia)

Úbeda – Jaén Provinz

26.12.2012 – Aus der Ebene der Mancha kommend über die Berge bot das nördliche Andalusien wieder ein ganz anderes Bild. Endlose Olivenhaine erstreckten sich über die hügelige Landschaft, soweit das Auge in jeder Richtung reichte. Diese Größe und Dichte von Olivenwäldern hatte ich in Europa noch nie gesehen. Mein Ziel war Úbeda in der Provinz Jaén. Genau wie im benachbarten Baeza ist Renaissance das Markenzeichen

Baeza – Provinz Jaén

dieser beiden schönen Bergstädtchen. Überall alte Paläste und Kirchen aus der Blütezeit der Städte. Nur am weihnachtlich schönen Plaza de Primero de Mayo fällt die Kirche San Pablo mit einem Stilmix aus Romanik, Gotik und Renaissance auf. Dann vollgetankt und ab nach Córdoba. Die Stadt entbietet Grüße aus dem Morgenland, denn sie ist neben Sevilla und Granada eine der drei Säulen des maurischen Erbes in

Mezquita-Catedral – Córdoba

Andalusien. Mit einem Spaziergang von der Südseite des anderen Ufers des Rio Guadalquivir näherte ich mich der Stadt, ganz gebannt von der Faszination dieses Panoramas. La Mezquita Catedral, die Moschee-Kathedrale, die neben dem Alcazar die Stadtansicht dominiert, ist das absolute Highlight von Córdoba und jede Reise wert. Vorbei am festungsartigen Calahorra-Turm, von dem aus die antike Puente Romano den Fluss überquert und in

Mezquita-Catedral – Córdoba

die Altstadt führt, kommt man direkt zum Ziel. Nichts weniger als ein architektonisches Weltwunder ist diese ehemalige Moschee aus dem 8. bis 10. Jahrhundert, in die von den Christen im 16. Jahrhundert eine ganze Kathedrale hineingebaut wurde. Es war eine Zerstörung, die am Ende zu einer einzigartigen architektonisch-religiösen Kombination führte. Wie in einem Wald stehen 856 Pfeiler in den Säulengängen der Moschee, in

Mezquita-Catedral – Córdoba

deren Mitte jetzt die Kathedrale steht. Christliche Künstler setzten vergoldete Altäre zwischen die maurischen Rundbögen und neben moslemische Gebetsnischen, biblische Gestalten stehen neben orientalischen Ornamenten. Wer es einmal gesehen hat, den wird der Eindruck nie mehr loslassen. Direkt neben der Kathedrale ein verwinkeltes Gassenlabyrinth, weiß getünchte Häuser und blumengeschmückte Innenhöfe – das alles kombiniert mit angenehmen Temperaturen – Córdoba, ich komme wieder.

Mezquita-Catedral – Córdoba

Mezquita-Catedral

Mezquita-Catedral

Mezquita-Catedral

Baeza – Province of Jaén

12/26/2012 – Coming from the plains of La Mancha across the mountains, northern Andalusia offered a very different landscape. Endless olive groves stretching over rolling hills as far as the eye could see in every direction. This size and density of olive groves I hadn’t seen in Europe before. My goal was to Úbeda, Jaén Province. Just as in neighboring Baeza Renaissance is the trademark of this beautiful mountain town. Everywhere old

Mezquita-Catedral – Córdoba

palaces and churches from the heydays of the cities. Only on Christmassy decorated beautiful Plaza de Primero de Mayo is the Church of San Pablo a mix of Romanesque, Gothic and Renaissance style. Then filled up and down to Cordoba. The city offers greetings from the East, because it is, next to Sevilla and Granada, one of the three pillars of the Moorish heritage in Andalusia. With a walk from the south side of

Mezquita-Catedral – Córdoba

the other shore of the Rio Guadalquivir I approached the city, enjoying the fascination of this panorama. La Mezquita, the Mosque-Cathedral, which dominates the city view next to the Alcazar, is the absolute highlight of Cordoba and every trip is worth it. Next to the fortress-like Calahorra Tower I crossed the ancient Roman Bridge across the river, which leads to the old town. You will come directly to the destination. Nothing

Mezquita-Catedral – Córdoba

less than an architectural wonder of the world is this former mosque from the 8th to 10th Century. In the 16th Century an entire cathedral was built into it by the Christians. It was a destruction that led in the end into a unique architectural and religious combination. Like a forest stand 856 piles in the arcades of the mosque, in the middle is now the cathedral. Christian artists set gilded altars between the Moorish arches and alongside Muslim

Mezquita-Catedral – Córdoba

prayer niches, biblical figures among oriental ornaments. Anyone who has ever seen it, the impression will never become forgotten. Right next to the cathedral a rambling maze streets, whitewashed houses and flower-filled courtyards – all this combined with pleasant temperatures -. Córdoba, I’ll come back.

Mezquita-Catedral – Córdoba

Alcazar – Córdoba

Mezquita-Catedral

Medina of Córdoba

Winter evening in Córdoba

Volle Plätze in Sevilla

30.12.2012 – Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich für Sevilla wirklich Zeit mitgebracht und konnte vier Tage in der Stadt verbringen. Ich konnte mich durch Sevillas Gassen treiben lassen, Hausfassaden bewundern, kleine Plätze entdecken, mich von Tapas ernähren und den Klängen von Flamenco zuhören. Fotos gibt es von den großen Sehenswürdigkeiten. Da ist zuerst die Kathedrale Santa Maria de la

Grab des Christoph Kolumbus

Sede, sie ist die größte Kirche Spaniens und die drittgrößte in Europa. Auf dem Grundstück stand ursprünglich ein Römertempel, später eine Westgotenkirche, dann die Hauptmoschee der islamischen Dynastie der Almohaden. Der heute existierende Orangenhof ist ein Überbleibsel des Vorhofes der Almohaden-Moschee. Auch der Giralda, der berühmte Glockenturm, ist in seinen Ursprüngen arabisch. Der

Glockenturm Giralda

Glockenturm wurde erst mit dem Bau der Kathedrale aufgesetzt. Seine 70 Höhenmeter werden im Inneren nicht durch Treppen, sondern über bequeme Rampen überwunden. In einem Seitenschiff der Kirche lenkt ein riesiges Grabmal alle Blicke auf sich. Vier Herolde tragen den Sarkophag des Seefahrers Christoph Kolumbus. Sie verkörpern allegorisch die Königreiche von Kastilien, León, Aragonien und Navarra und tragen

Patio de las Doncellas – Real Alcázar

die jeweiligen Wappensymbole auf ihren Gewändern. Nirgendwo aber sind die drei großen Perioden der andalusischen Geschichte – maurische Herrschaft, Rückeroberung (Reconquista) und Kolonisierung Amerikas – so prunkvoll und harmonisch vereint wie im Real Alcázar. In dem maurischen Kern mit filigran dekorierten Innenhöfen ließen die christlichen Könige mit arabischer Hilfe ihren eigenen Palast bauen.

Salón de Embajadores – Real Alcázar

Im 16. Jahrhundert wurde dann gotisch gebaut. Vom Palast aus folgt der Übergang in die Gartenanlagen, die die Gärten der Araber, der Renaissance und späterer Zeiten einträchtig verbinden. Und für die vier Tage Besuch in Sevilla hatte ich ein schickes kleines Hotel im nur 7 km von der Altstadt entfernten Castilleja de la Cuesta. Es war eine schöne Zeit.

Blick vom Glockenturm Giralda

Platz am Alcazar

Palacio San Telmo

Torre del Oro

Santa Maria de la Sede

12/30/2012 – For the first time in my life I had really time for Seville and was able to spend four days in the city. I could drift through Seville’s streets, admiring facades, discover small squares, feed me with tapas and listen to the sounds of flamenco. There are photos of the big attractions. First there is the Cathedral of Santa Maria de la Sede, it is the largest church in Spain and the third largest in Europe. On the property was

Tomb of Christopher Columbus

originally a Roman temple, later a Visigoth church, then the main mosque of the Islamic dynasty of the Almohads. The orange tree courtyard, that exists today, is a remnant of the atrium of the Almohad mosque. Also the Giralda, the famous bell tower, is Arab in its origins. The bell tower was added during the construction of the cathedral. Its 70 meters in height must be conquered not by stairs inside, but comfortable over ramps.

Belltower “Giralda”

In an aisle of the church draws a huge tomb everyone’s attention. Four heralds carry the sarcophagus of the navigator Christopher Columbus. They represent allegorically the kingdoms of Castile, Leon, Aragon and Navarra and wear the coat of arms symbols on their garments. Nowhere the three great periods of Andalusian history – Moorish rule, reconquest (Reconquista) and colonization of America – are combined so

Patio de las Muñecas – Real Alcázar

splendid and harmonious as in the Real Alcázar. In the core with Moorish filigree decorated courtyards the Christian kings with Arab help build their own palace. In the 16th Century was then built gothic. From the Palace follows the transition into the gardens, that connect the gardens of the Arabs, the Renaissance and later periods peacefully. And for the four-day visit to Seville I had a chic little hotel just 7 km away from the old town in Castilleja de la Cuesta. It was a nice time.

Patio de las Doncellas – Real Alcázar

Real Alcázar

Real Alcázar

Real Alcázar

Muelle de las Carabelas

04.01.2013 – Jetzt folgten die Sehenswürdigkeiten dicht an dicht. Im äußersten Westen Andalusiens, im Kloster La Rábida bei Huelva, fielen einst die Würfel für Kolumbus Fahrt in die Neue Welt. Unweit des Klosters liegen die Nachbauten seiner drei berühmten Segelschiffe. Sie wurden 1992 zum 500jährigen Jubiläum der Entdeckung Amerikas gebaut, um an der entsprechenden Parade teilzunehmen. Hochseetüchtig sind

Doñana Nationalpark

sie aber wohl nicht mehr. Sie gammeln eher vor sich hin. Seit langem wollte ich schon einmal in den Nationalpark Coto de Donana, zumal er auch auf der UNESCO Welterbeliste steht. Charakteristisch sind seine ausgedehnten “marismas”, flache periodisch überschwemmte Feuchtgebiete, die aus den riesigen Sedimentmengen entstanden, die der Fluss Guadalquivir in seinem Mündungsdelta ablagerte. Im

Ermita del Rocío – El Rocio

Sommer ist die Gegend ein Hitzepol in Andalusien, jetzt im Winter ein Vogelparadies. Aber auch Hirsche und Damwild waren mit dem Fernrohr in größeren Gruppen zu sehen. Nur der König unter den Tieren des Parks, der Iberische Luchs, ließ sich nicht blicken. Direkt am Parkrand einer der eigenwilligsten Orte Spaniens, ja man kann sagen ganz Europas. Nur eine geteerte Durchgangsstraße geht durch El Rocío, sonst ist alles

El Rocio

nur Sand. Die großen Sandplätze sowie die vielen Pferde, Reiter und Kutschen lassen den Eindruck einer Westernstadt entstehen. Wir sind im Zentrum des spanischen Pferdekults. Bekannt ist El Rocío über die Grenzen Spaniens hinaus als Wallfahrtsort. Es wird die Heilige Jungfrau von El Rocío verehrt – oft als Blanca Paloma (Weiße Taube) bezeichnet. Zu Pfingsten kommen über eine Million Pilger – “Romeros” – zur

Arcos de la Frontera

Wallfahrt – “Romería” – in den kleinen Ort, der den Rest des Jahres nur ca. 800 Einwohner hat. Danach zu den vielen Ortschaften, die alle den Namenszusatz “de la Frontera” (an der Grenze) haben. Die historische Bezeichnung weist die Region als lange umkämpftes Gebiet zwischen Mauren und Christen aus. Zuerst nach Arcos de la Frontera – Hauptort der “Pueblos Blancos”, der “Weißen Dörfer” in Andalusien, deren

Bodega González Byass

Altstadt auf einem steilen Felsen oberhalb des Flusses Guadalete liegt. Ein atemberaubendes Panorama, sowohl von unten wie auch von oben. Dann Jerez de la Frontera, das seit Ewigkeiten auf meiner Reisewunschliste einen hohen Rang einnahm. Von Jerez war ich ein bisschen enttäuscht. Vielleicht lag es auch daran, dass es am Neujahrstag und danach ungewöhnlich ruhig war, was für Spanien nicht typisch ist. Aber

Jerez de la Frontera

wenigstens konnte ich mein Wissen um Wein wieder etwas erweitern. Die Bodega “Gonzales Byass”, einer der traditionellen Hersteller von Sherry, bot einen ansehnlichen Rundgang durch die Kellerei. Leider fielen die Weinprobe und die Tapas recht dürftig aus.

Sherry-Verkostung in der Bodega González Byass

Muelle de las Carabelas

01/04/2013 – Now the sights followed closely packed. In the far west of Andalusia, in the monastery of La Rabida in Huelva, once the die was cast for Columbus’ voyage to the New World. Close to the monastery are the replicas of his three famous sailing ships. They were built in 1992 for the 500th anniversary of the discovery of America to participate in the corresponding parade. But they are not seaworthy anymore, rather

Doñana National Park

unkempt and already half wrecks. I have long dreamed of the Coto de Donana National Park, especially as he is also on the UNESCO list. The park is characterized by its extensive “marismas”, flat seasonally flooded wetlands, that emerged from the huge amounts of sediment, the river Guadalquivir deposited in its estuary. In summer the area is a heat pole in Andalusia, but a paradise for birds in winter. Also deer and fallow deer were seen

Wetlands – Doñana National Park

with a telescope in larger groups. Only the king of the animals of the park, the Iberian Lynx, could nowhere be seen. Directly on the edge of the park is one of the most peculiar places in Spain, it may be said of Europe altogether. Only a paved thoroughfare passes through El Rocío, otherwise everything is just sand. The large clay courts and the many horses, riders and coaches leave the impression of a western town. We are in the center

Ermita del Rocío – El Rocio

of the Spanish horse cult. El Rocio is known beyond the borders of Spain also as a place of pilgrimage. It is venerated the Virgin of El Rocío – often as Paloma Blanca (White Dove) refers. At Pentecost, more than a million pilgrims – “Romeros” – join the pilgrimage – “Romeria” – in the little town, which has during the rest of the year only 800 inhabitants. Then to the many towns, that all have the name “de la Frontera” (at the

Arcos de la Frontera

border). The historic designation means, the region was a long contested area between Moors and Christians. First to Arcos de la Frontera – capital of the “Pueblos Blancos”, the “white villages” of Andalusia. The old town is situated on a steep cliff above the river Guadalete. A breathtaking view, both from the bottom as well as from above. Then Jerez de la Frontera, which had for ages occupied a high rank on my travel

Bodega González Byass

list. Jerez was a little disappointing. Maybe it was because it was unusually quiet around New Year and then, what is not typical for Spain. But at least I was able to broaden my knowledge of wine somewhat. The Bodega “Gonzales Byass”, a traditional manufacturer of sherry, offered a considerable tour of the winery. Unfortunately the offered wine tasting and the tapas were quite meager.

Salinas near Sanlúcar de Barrameda

Sunset in Chipiona

Besucherzähler

4 Responses to Spain (Andalusia)

  1. Erika Nophut says:

    Hallo Hartmut,
    es freut mich sehr, die Bilder von Deiner Reise mit den Sehenswürdigkeiten Andalusiens zu sehen. Ich habe letztes Jahr mit einer kleinen Gruppe von Frauen eine Reise an die Costa le la Luz nach Ayamonte gemacht. Von dort haben wir dann Ausflüge nach Huelva, Sevilla , Jerez und Cordoba gemacht. Ich muss sagen, Cordoba hat mich ganz besonders fasziniert. Leider war alles nur im Schnelldurchlauf. Die Sonnenuntergänge an der Küste waren für mich in ihrer Intensität sehr beeindruckend. Jetzt durch Deine vielen Bilder und Beschreibungen kann ich nochmals so richtig das Gesehene auffrischen. Ganz herzlichen Dank!
    Dir weiterhin eine gute Reise und einen guten Rutsch in das Jahr 2013.
    Liebe Grüße – Erika

  2. Leona says:

    Hallo Hatmut.
    Wir hoffen es geht dir soweit gut. Wir wünschen dir alles Gute im neuen Jahr und warten auf Rückmeldung!!!
    Viele Grüße Familien Titze und Spannenberger

    • Trotamundo says:

      Guten Abend Leona,

      freut mich, dass Du dich auch einmal meldest. Danke für die Grüße. Es geht mir gut, nur mit dem Schreiben bin ich etwas im Rückstand. Heute kommen aber wieder Fotos auf die Seite. Morgen dann (hoffentlich) wieder Text. Ich habe eigentlich viel Material, aber nur wenig Zeit. Wie auch immer, schau gelegentlich mal wieder rein.

      Schöne Grüße an alle,
      Hartmut

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