France II

Dies ist die Fortsetzung der Seite France I.

Haus bei Le Gouffre - Pointe du Château

Bucht bei der Abbaye de Beauport

28.04.2012 – Austern, Meeresbuchten, Felsen, Leuchttürme, leerlaufende Fjorde, alte Kirchen, Kalvarienberge, schnell wechselndes Wetter, Wind, Regenbögen, Hinkelsteine. Das ist eine Aufzählung von Begriffen, die ich nach ein paar Tagen mit der Bretagne assoziiere. Ich bin recht ausgiebig im Norden und Westen der Départements “Côtes d’Armor” und “Finistère” unterwegs. “Finistère” heißt “Ende der Welt” –

Pointe de St-Mathieu

jedenfalls kommen westlich davon nur noch 4.000 km Atlantik. Das Land besticht durch eine spektakuläre Felsenküste, wie ich sie wilder kaum irgenwo auf der Welt gesehen habe. Seit Wochen reise ich außerdem durch einen immer noch kalten Frühling. Ich hatte Fortschritte erwartet, je weiter ich nach Westen komme, aber der Frühling kommt hier nur langsam voran. Nach Küstenlandschaften satt will ich

Kalvarienberg in St-Thégonnec

zwei Dinge besonders hervorheben. Ich bin fasziniert von den vielen Kalvarienbergen (Calvaires) – lebensgroße bildhauerische Darstellungen der Kreuzigungsszenen und Wahrzeichen der Bretagne.Sie entstanden während der „bretonischen Renaissance“ zwischen 1450 und dem 17. Jahrhundert besonders im Finistère in eigens geschaffenen umfriedeten Pfarrbezirken.

Kalvarienberg in Plougastel-Daoulas

Wirtschaftlicher Aufschwung seiner Zeit hat sich hier in steingewordener Frömmigkeit ausgedrückt. Heute sind die “enclos paroissial” ein Sonderfall der Kunstgeschichte – theatralisches Bilderbuch und Zeichen bretonischen Glaubens. Wer alte Steine liebt kommt natürlich an den “Hinkelsteinen” aus der Jungsteinzeit, Bronzezeit oder Eisenzeit nicht vorbei. Noch stehen die “Menhire” nur vereinzelt als

"Christianisierter" Menhir Men-Marz

mehr oder weniger große Monolithen in der Landschaft oder sind als “Dolmen” zu Grabstellen aufgestellt. Ich bin jedenfalls immer fasziniert, was Menschen dieser Zeitalter technisch zu leisten vermochten. Sehen Sie selbst.

Menhir de Kerloas

This is the continuation from page “France I”

Bucht bei Pointe de l'Arcouest

04/28/2012 – Oysters, sea coves, cliffs, lighthouses, idling fjords, ancient churches, Calvary, quickly changing weather, wind, rainbows, standing stones. This is a list of terms that I associate with in a few days in Brittany. I’m fairly extensively on the way in the north and west of the departments “Cotes d’Armor” and “Finistère”. “Finistere” means “end of the world” – west of it are at least 4000 km Atlantic. The country impresses

Austernfabrik

with spectacular coastal cliffs, wild as I’ve hardly seen somewhere else in the world. Since weeks I travel also through a still cold spring. I had expected more progress in the nature, the more I come to the west, but the spring here is slow. Enough to Coastal landscapes I want to emphasize two things especially. I am fascinated by the many “Calvaires” – life-size sculptural representations of the Crucifixion scenes and landmarks of Brittany.

Kalvarienberg in Guimiliau

They emerged during the “Breton renaissance” between 1450 and the 17th Century, particularly in the Finistère in specially-made enclosed parishes. Economic boom of his time has expressed here in terms of petrified piety. Today, the “enclos paroissial” are a special case of art history – theatrical storybook characters and sign of Breton faith. Those who love old stone come naturally to the “standing stones” from the

Menhir de Kerloas

Neolithic, Bronze Age or Iron Age. Nor are the “standing stones” only sporadically as a more or less large monolith in the landscape, or monoliths are placed as “Dolmen” on grave sites. Anyway, I’m always fascinated by what people could afford during this times. See for yourself.

Dolmen bei Brennilis

Hinkelstein

Camaret-sur-Mer

Menez-Ham

Fort-Bloqué

03.05.2012 – Der April verabschiedete sich mit Dauerregen, aber pünktlich zum Mai kam mit der Sonne endlich auch die Wärme. Ich hoffe, dass die kalten Tage jetzt endgültig vorbei sind. Der Frust über das schlechte Wetter wurde aber wettgemacht durch einen günstigen Sonderpreis in einem “Ibis” Hotel in Quimper, in das ich mich geflüchtet hatte. Die langen Reihen (Alignements) von Hinkelsteinen bei Carnac lassen

Alignements de Kermario

niemanden kalt. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich auch bei meinem zweiten Besuch nach 1991 so etwas wie Ehrfurcht empfand. Die Steinreihen bilden die Gruppen von Kerlescan, Le Menec und Kermario. Die Reihen sind über drei Kilometer lang und enthielten ursprünglich über 3000 Steine, die zwischen 0,5 und 4,0 m hoch sind. Viele Oberflächen sind heute zum Teil verwittert und mit Flechten überzogen. Die Vegetation um die

Alignements bei Carnac

Steinreihen herum wechselt von Gras über Heide bis hin zu leuchtend gelb blühendem Ginstergebüsch. Leider war das “Musée de Prehistoire” mit sehenswerten Exponaten und Informationen zur Megalithkultur geschlossen, was ich sehr bedauerte. Bei dem strahlenden Wetter nahm ich mir auch noch Zeit für die Kleinstädte und Dörfer am “Golfe du Morbihan”. Dabei handelt es sich um ein inselreiches

Port-Blanc - Golfe du Morbihan

Binnenmeer, das über eine schmale Passage mit dem Atlantik verbunden und daher salzwasserhaltig ist. Im Golf liegen fast 60 kleinere und größere Inseln. Von einem Labyrinth zu Land und zu Wasser zu sprechen, ist kein schlechter Vergleich. Mit den Salzgärten von Guérande, die nur noch historisch zur Bretagne gehören, aber bereits zum Département Loire-Atlantique gehören, habe ich die Bretagne jetzt verlassen und bin auf dem Weg nach Süden.

Dolmen de Crucumo

Dolmen de Crucumo

Alignements de Kermario

Alignements de Kermario

05/03/2012 – The April ended with heavy rain, but just in time to May the sun finally came up with some heat. I hope that the cold days are definitely gone now. The frustration because of the bad weather but was offset by a favorable price in a “Ibis” Hotel in Quimper, in which I had escaped. The long lines (alignments) of Standing Stones at Carnac leave no one indifferent. I am not exaggerating

Alignements de Kermario

when I say, that I felt even on my second visit after 1991 something like awe. The rows of stones form the groups of Kerlescan, Le Menec and Kermario. The series are about three kilometers long and originally contained more than 3000 stones, which are 0.5 to 4.0 m high. Many surfaces of the stones are now partly weathered and lichen-covered. The vegetation around the stone rows changes between grass, heath and bright yellow flowering

Table des Marchands - Locmariaquer

gorse bushes. Unfortunately, the “Musée de Prehistoire” with interesting exhibits and information about megalithic culture was currently closed, which I regretted very much. With the bright weather I took even more time for the small towns and villages in the “Golfe du Morbihan”. It is an inland sea full of islands, connected by a narrow passage to the Atlantic Ocean and is therefore filled with salty water. In the Gulf

Boote im Golfe du Morbihan

are nearly 60 small and large islands. To speak of a maze on land and water is not a bad comparison. With the salt marshes of Guérande, which only historically belong to Brittany, but already belong to the Département Loire-Atlantique, I have left Brittany now and am on the road to the south.

Garten bei Carnac

Alignements de Kermario

Alignements de Kermario

Alignements de Kermario

La Rochelle

08.05.2012 – Der Rest meiner Tour in Frankreich war dann ein relativ schneller Weg nach Süden. Abstecher gab es nur noch auf die französischen Inseln, die durch Brücken mit dem Festland verbunden sind, nämlich die “Île de Noirmoutie” in der Region Pays de Loire sowie die “Île de Ré” und die “Île d’Oléron”, beide in der Region Poitou-Charentes. Gemüseanbau, Austern- und Muschelzucht sowie Salzgewinnung prägen neben dem

La Flotte-en-Ré - Île de Ré

allgegenwärtigen Tourismus diese schönen Inseln. Dann bin ich am nordöstlichen Ufer der Gironde entlang gefahren, dem riesigen Mündungstrichter der Flüsse Garonne und Dordogne – 75 km lang und bis zu 15 km breit. Bordeaux habe ich ausgelassen. Ich war früher schon da. Nach einem Schlenker über das Städtchen Cognac hatte es mir das Weinanbaugebiet von Saint-Émilion angetan. Wie Cognac für

Gironde

seine Weinbrände besitzt auch der Rotwein der mittelalterlichen Kleinstadt von Saint-Émilion eine eigene AOC (Appellation d’Origine Contrôlée) – also eine kontrollierte Herkunftsbezeichung beziehungsweise ein Schutzsiegel. Der Ort und der umliegende Weinbau wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, womit wir wieder bei einem meiner Lieblingsthemen wären. Über Pau folgte führte mich meine Strecke durch baskisches Hinterland quer zu den westlichen Ausläufern der Pyrenäen nun nach Spanien. Ich bin jetzt in Irun und werde die Berichterstattung über meine Reise durch den Norden Spaniens bald mit einer neuen Seite fortsetzen.

Saint-Émilion

La Flotte-en-Ré - Île de Ré

05/08/2012 – The rest of my tour in France was then a relatively quick way to the south. I visited the French islands, which are connected by bridges to the mainland, namely the “Ile de Noirmoutie” in the Pays de Loire and the “Ile de Ré” and “Île d’Oléron”, both in the region of Poitou-Charentes. Vegetable farming, oyster and mussel farming and salt production in addition to the ubiquitous influence of tourism

Ste-Radegonde de Talmont

give these beautiful islands their unique character. Then I drove along the northeastern shore of the Gironde, the vast estuary of the rivers Garonne and Dordogne – 75 km long and up to 15 km wide. Bordeaux I’ve missed. I used to be there already. After a short detour through the town of Cognac, I visited the vineyards of Saint Emilion. As for its Brandy Cognac, also the red wine of the medieval town of Saint-Emilion has its own

Saint-Émilion

AOC (Appellation d’Origine Contrôlée) – that is a controlled Origin, or a protective seal. The town and the surrounding vineyards have been declared by UNESCO as a World Heritage Site, which brings us back to one of my favorite topics. My path led by Pau to the Basque back country across the western foothills of the Pyrenees to Spain. I am now in Irun and will continue reporting on my trip through the north of Spain soon on a new page.

La Rochelle

Fort Boyard

Port des Salines - Ile d’Oléron

Saint-Jean-Pied-de-Port

Saint-Émilion

Besucherzähler

4 Responses to France II

  1. Manfred Schmidt says:

    Hallo Hartmut,

    habe mit Interesse Deine Reiseberichte gelesen. Möchte aber auch an unsere Verabredung zum 20.Mai (mittags) in Ndf zur Geburtstagsfeier erinnern. Hoffentlich klappt es.

    Viele Grüße

    Lotti und Manfred

    • Trotamundo says:

      Guten Abend Manfred, es wird leider nicht klappen. Ich bin auf dem Weg in den Nordwesten Spaniens und erst gegen Mitte Juni wieder zurück. Ich rufe an zu Deiner Feier. Schöne Grüße, H.

  2. Yves says:

    Hello Harmut,
    Just a small information for Brittany.
    Finistere means end of the earth, in French. I agree.

    But in Breton Language, the name of Finistere is:
    Penn Ar Bed (which means: begining of the earth).
    This is the Bretons sailors who named this earth.
    Because, it was the first earth that sailors seeing when they come back at home after many days on the sea.

    best souvenirs
    Yves

    • Trotamundo says:

      Helo Yves,

      that’s great that you still follow my trip and my travel diary. I hope that you still like it. I didn’t know this Breton meaning. I often say, learn something new every single day. You made my day today.

      How ar things in Tourlaville? How is Odile? I remember still often my days there, your great hospitality and your nice company. I will be back on the road soon (1st. Aug) and will travel 2 1/2 months in East- and South-East-Europe and hope you will continue reading my blog.

      Many greetings,
      Hartmut

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